23.04.2026
Zwischen Leidenschaft, Teamgeist und „Vögeln fürs Leben“
Ein Blick hinter die Kulissen des TSVV-Handballs mit Lenny Tobias
Handball ist mehr als nur ein schneller Sport mit harter Abwehr und spektakulären Toren – beim TSV Vaterstetten wird er zur echten Herzensangelegenheit. Lenny Tobias, Spieler und Trainer im Verein, gibt Einblicke in den Alltag, die Werte und die Erfolge der Abteilung.
Vom Grundschüler zum Leistungsträger
Lenny Tobias ist 20 Jahre alt – und dem Handball seit mittlerweile einem Jahrzehnt treu. Seine Position: Rückraum Mitte, das taktische Herzstück der Herrenmannschaft in den letzten zwei Saisons. Er engagiert sich zusätzlich als Trainer der weiblichen C-Jugend.
Sein Einstieg in den Sport begann in der 4. Klasse, als ihn seine Sportlehrerin – gleichzeitig Handballtrainerin – gemeinsam mit Freunden ins Training einlud. Aus diesem ersten Kontakt entwickelte sich schnell eine große Begeisterung für die Schnelligkeit und die taktischen Möglichkeiten im Handball.
Was macht den Handball beim TSV Vaterstetten besonders?
Der Zusammenhalt und das Auftreten als gemeinsame „Vogelfamilie“. Ob beim Jugendtrainingslager zu Beginn der Saison in Inzell oder bei den Heimspieltagen im "Vogelnest" – die Atmosphäre ist geprägt von gegenseitiger Unterstützung, guter Stimmung und echtem Teamgeist über alle Altersklassen hinweg.
Was ist der wichtigste Faktor für ein erfolgreiches Team?
Der Schlüssel zum Erfolg ist ein guter Ausgleich zwischen Spaß und vollem Fokus im Training. Gemeinsam mit Co-Trainer Levi wird genau diese Balance angestrebt – mit Erfolg. Dabei steht nicht nur die Leistung im Fokus, sondern auch die individuelle Entwicklung der Spielerinnen.
Was macht dir persönlich am meisten Spaß am Handball?
Eigentlich alles – sonst hätte ich wahrscheinlich schon lange aufgehört. Besonders die Intensität im Training und die Unterstützung bei Spielen am Wochenende machen den Reiz aus. Auch als Trainer ist es eine große Motivation zu sehen, wie sich die Spielerinnen weiterentwickeln und gemeinsam Erfolge feiern.
Rückblick auf die Saison & Erfolge
Die vergangenen Monate waren intensiv, aber insgesamt sehr erfolgreich für den TSV-Handball. Freud und Leid gehen im Sport oft Hand in Hand, dennoch überwiegen die positiven Erlebnisse – wie das gemeinsame Trainingslager in Inzell, bei dem sich alle Altersklassen auf die Saison vorbereiten.
Ein paar Mannschaften haben eine starke Saison gespielt – was hat diese Teams so erfolgreich gemacht?
Und was waren die erfolgreichen Ergebnisse (e.g. Aufstieg, etc) Unsere Damen 1 sind eine eingeschworene Truppe und haben dieses Jahr schon vorzeitig den Klassenerhalt in der Regionalliga geschafft. Das ist natürlich Wahnsinn und ein echtes Aushängeschild. Unsere Damen 2 hat, nachdem sie letztes Jahr erst in den Spielbetrieb eingestiegen sind, direkt den Aufstieg geschafft. Aber auch unsere Herren haben den Wiederaufstieg in die BOL geschafft. Auch unsere Jugendteams waren sehr erfolgreich. Unsere Weibliche B-Jugend hat beispielsweise dieses Jahr ebenfalls die Regionalliga geschafft und sich hier vorzeitig den 3. Platz gesichert. Das sind alles riesige Erfolge, an denen wir hoffentlich im nächsten Jahr anknüpfen können.
Ein besonderes Highlight war der letzte Heimspieltag im „Vogelnest“: Die Herren erkämpften sich im Aufstiegskampf einen Punkt, bevor die Damen im Anschluss ihren ersten Derbysieg gegen Forst United feiern konnten. Eine volle Halle und großartige Stimmung – genau das macht Vaterstetten aus.
Erfolge im Überblick:
- Damen 1: Vorzeitiger Klassenerhalt in der Regionalliga
- Damen 2: Direktaufstieg nach dem ersten Jahr im Spielbetrieb
- Herren: Aufstieg in die BOL geschafft
- Jugend: Weibliche B-Jugend: erreicht die Regionalliga und vorzeitig den 3. Platz gesichert
Welche Rolle spielen Teamgeist und Zusammenhalt?
Eine zentrale Rolle. Der Verein versteht sich als eine große Familie, in der sich alle gegenseitig unterstützen. Von jung bis alt kennt hier jeder jeden und genau so stehen wir auch hinter unseren Leuten. Jeder ist bei uns willkommen findet hier seinen Platz. Das ist vielleicht auch ein Grund warum so viele von klein auf bis zu den Senioren bei uns bleiben.
Was würdest du Kindern oder Jugendlichen sagen, die überlegen, mit Handball anzufangen?
Die Botschaft ist klar: Einfach vorbeikommen und ausprobieren – in unserer Vogelfamilie ist jeder willkommen.
Was war die größte Herausforderung der Saison?
Die Organisation und alles zu managen: Spieltermine planen, genügend freiwillige Schiedsrichter stellen und Heimspieltage organisieren. Das funktioniert nur, weil alle im Verein zusammenhelfen – Eltern, Trainer und Spieler.
Blick nach vorne
Ziele für die Saison 2026/2027:
Im Seniorenbereich natürlich der Klassenerhalt in allen Ligen – vielleicht gelingt sogar ein weiterer Aufstieg einer zweiten Mannschaft.
Bei der Jugend geht es neben der Liga natürlich vor allem um den Spaß am Handball. Natürlich wollen wir erfolgreich sein und in einer möglichst hohen Liga spielen. Besonders zählt aber, dass jedes Team einen starken Mannschaftszusammenhalt hat und sich jeder wohl fühlt. Nur mit dem Spaß kommt schließlich auch der Erfolg. Und genau diesen brauchen wir um – wie in den vergangenen Jahren – unseren Seniorenteams Nachwuchs aus der eigenen Jugend zu sichern.
Zum Schluss noch etwas Spaß…
- Beste Motivationscoach in der Kabine: Persönlich prägend war mein alter Jugendtrainer Adriano. Insgesamt denke ich trotzdem, dass die Motivation, die uns unsere Trainer Niklas und Steffen mitgeben am wichtigsten ist. In der Mannschaft die ich trainiere macht das definitiv Resi am besten, sie unterstützt mich immer mit anregenden Worten für ihre Mitspielerinnen.
- Welche Musik am liebsten vor einem Spiel: Gemischt - alte Rock und Rap – wie „Till I Collapse“ von Eminem
- Härtester Wurf: Auf jeden Fall Tobi Meier. Es kommt durchaus vor, dass er aus dem Nichts einen Ball aus 12-14 Metern in den Winkel hämmert
- Lustigste Ausrede beim Training: Sehr selten - aber in den letzten Jahren von „spontan lernen“ bis „zu viel gegessen“ war schon alles dabei
- Unvergesslicher Moment: Unser erstes Saison-Spiel 36:0-Sieg in der A-Jugend – inklusive missglücktem Versuch, dem Gegner ein Tor zu ermöglichen. Das wusste einer meiner Mitspieler nicht und hat ihnen den Ball weggenommen