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Teamsport vom Allerfeinsten

12.02.2006

Caro Fischer nach zweitem Kreuzbandriss vor dem Comeback

von Wilfried Gillmeister

Mit starkem Willen

Vaterstetten – Viele Sportler kennen das Geräusch nach einer nicht normalen Bewegung, ähnlich einem kleinen Knall, der aber nicht aus einer Startpistole kommt, sondern aus dem Knie. Häufig ist Kreuzbandriss die Diagnose, in Folge verbunden mit einer Operation, sehr viel Ruhe und anschließender behutsamer und lang andauernder Wiederherstellung. Als Normalität gelten Sportpausen von sechs Monaten und länger und Ungeduld wird oft bestraft.
Dieses Geräusch ist ein Alptraum für jeden, der es schon einmal erfahren hat. Geschieht dies ein zweites Mal, dann gibt es in der Regel nur eines: Schluß mit dem Leistungssport.
"Aufgeben? Niemals!" war die erste Reaktion von Vaterstettens Torfrau Caro Fischer im September, kurz vor Beginn der Saison. Bereits vor zwei Jahren, als der TSV Vaterstetten in die zweite Regionalligasaison einstieg, verletzte sie sich nach unglücklichem Kontakt mit einer gegnerischen Spielerin an den Kreuzbändern. Unglaubliches geschah damals: mit viel Reha und zielstrebigem Wiederaufbau stand sie bereits in der Rückrunde zwischen den Torpfosten. Im Jahr darauf wurde sie von den Trainern der Regionalliga ins "Dream-Team 04/05" gewählt.
So wollen die Fans sie bald wiedersehen: Die Vaterstettener Torfrau Caro Fischer erfolgreich in Aktion (foto: jro)
Im Sommer 1998 hatte sie beim TSV Vaterstetten angeheuert. Neben dem eigenen aufwendigen Leistungssport engagierte sich Caro Fischer als Trainerin der weiblichen Jugend. Im Laufe der Jahre reifte sie zur Klasse-Torfrau und indessen unumstrittenen Nummer 1 beim TSV Vaterstetten und macht sich als "rechte Hand" von Thomas Eck unentbehrlich.
"So höre ich nicht auf!" hatte die Industriekauffrau gesagt und es waren wohl auch die letzten klaren Gedanken, bevor sie vor Saisonbeginn erneut auf dem OP-Tisch landete. Zu ihrem Glück haben sich die beiden Ärzte vom Münchener Orthpädiezentrum, Dr. Matthias Klepsch und Dr. Florian Dreyer, intensiv um Caro Fischer bemüht. Kaum zurück aus der Narkose, wurde zusammen mit Physiotherapeuten ein Wiederherstellungsprogramm erarbeitet. Seit Ende November befindet sich die TSVV-Torfrau vier bis fünf Mal pro Woche im Muskelaufbautraining. Ab Dezember gab es auch abgestimmtes behutsames Bewegungsprogramm bei Co-Trainer Michael Jäger. Für Chef-Coach Thomas Eck gilt allerdings: "Alle Beteiligten sind im Kontakt. Bevor ich kein endgültiges grünes Licht der Ärzte bekomme, steht Caro nicht im Wettkampf zwischen den Torpfosten!"
Seit der ersten Februarwoche trainiert sie nun auch mit dem Team. Es mutet wie ein kleines Wunder an. Ausgeprägter, starker Wille oder der Versuch, den üblichen Gesetzmäßigkeiten eine lange Nase zu zeigen? Der jungen Frau ist zu wünschen, dass diese Hoffnung in Erfüllung geht. Sie hat dem Sport in Vaterstetten viel gegeben. Soll nun auch das Schicksal einmal gnädig sein und ihr ein erfolgreiches Comeback schenken. Eine Grippe hat sie jetzt erst einmal wieder gebremst. Geduld ist eine ganz eigene Disziplin.
Caro Fischers (links) schnelle Rückkehr in den Kreis der glorreichen vier TSVV-Torfrauen wünschen sich auch Laura Cuperus, Antje Nessler und Janet Pritzel (vlnr, Foto: jwg)