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Herzlich Willkommen bei den Handballern des TSV Vaterstetten!

Teamsport vom Allerfeinsten

18.03.2026

Damen 1

Der kleine, feine Druck-Unterschied

von Johanna Gernsbeck

HANDBALL–REGIONALLIGA Vaterstetten spielt befreit auf, United scheitert an sich selbst

Vaterstetten – Es war ein Regionalliga-Derby mit denkwürdigem Ausgang. Auf Seiten der Vaterstettener Handballfrauen herrschte nach dem 29:26 (12:9)- Coup gegen den TSV EBE Forst United pure Euphorie, beim Rivalen aus der Kreisstadt pure Tristesse.

Die Gründe für diese historische Niederlage sind vielschichtig. „Wir haben noch nie gegen Ebersberg gewonnen. Ich kann mich nicht daran erinnern“, freute sich TSVV-Torhüterin Theresa „Terry“ Schwarz, die durch ihre Paraden maßgeblich dazu beigetragen hatte, den Tabellenführer vom Platz an der Sonne zu holen.

„Nach dem Hinspiel hatten wir aber auch etwas gutzumachen“, erinnerte sie lachend an das 26:37-Debakel vom November – eine besondere Motivation. Aber zugleich wies Schwarz auch auf den wohl entscheidenden Unterschied zwischen beiden Teams hin: „Wir hatten keinen Druck und konnten nach dem gesicherten Klassenerhalt befreit aufspielen.“

Wenn nicht die Vereinsnamen auf den Trikots gestanden wären, hätte man am frühen Sonntagabend lange rätseln können, wer eigentlich der favorisierte Meisterkandidat ist. Vaterstetten beeindruckte mit Leidenschaft und taktischem Geschick, ließ sich auch von Zeitstrafen oder Gegentoren nicht aus dem Konzept bringen. Im Gegensatz zu den Gästen, die vielfach mit Schiri-Pfiffen oder eigenen Fehlwürfen haderten. TSVV-Antreiberin Sara Broß bestätigte ihre Torhüterin: „Wir hatten einfach keinen Druck im Kopf.“ Den Hauptgrund für den Coup sah sie, wie auch der „sehr stolze“ Cheftrainer Tobias Graf, aber in der Abwehrleistung. Einerseits dem bemerkenswerten Rückzugsverhalten, andererseits: „Wir haben Ebersberg fast keine Lücken gelassen, keinen Raum für freie Würfe.“

Und damit zermürbte man die Gäste im Laufe der Partie zusehends. Dazu seien auch die Stimmung im Team und von der Tribüne „richtig laut und motivierend“ gewesen, lobte und dankte die erfahrene Broß. Zugleich warb sie damit auch fürs letzte Saisonheimspiel am 28. März, wenn der neue Primus Schwabmünchen in der Halle des Humboldt-Gymnasiums antritt: „Da würden wir uns wieder über solch eine tolle Unterstützung sehr freuen.“ Diesen Gast wolle man genauso gerne zum Verzweifeln bringen.

Konsterniert, teils fassungslos war nach Abpfiff das United Trainerduo Beatrix Balogh/Susanne Pignot, das sich nach Abpfiff in einer Ecke besprach. „Ich bin eigentlich sprachlos“, meinte Letztere zuerst kopfschüttelnd. Dann: „Das waren zu viele Fehler von uns. Die Mädels haben die Leistung, die sie sonst abliefern können, nicht aufs Parkett gebracht. Das war viel zu statisch“, so Pignot, die Ausflüchte („Die Schiedsrichter haben keine Schuld. Sie haben weniger Fehler gemacht als wir“) nicht gelten ließ.

Die Krankheitslage unter der Woche sei mit ein Grund für die verdiente Niederlage, aber vor allem der Druck, „den sich unsere junge Mannschaft mit dem Saisonziel Meisterschaft gemacht hat“, sei nicht wegzureden. „Er wird immer größer. Wir haben es gegen Vaterstetten nicht geschafft, diesen Druck in positive Energie umzuwandeln“, betonte Pignot. Daran wolle und müsse man nun vor dem wohl alles entscheidenden Duell am kommenden Samstag in Schwabmünchen arbeiten.

Denn durch die Niederlage im Derby hat Forst United seine komfortable Ausgangslage verspielt. Nun benötigen die Ebersberger Handballerinnen einen Sieg, um ähnlich ausgelassen feiern zu können, wie es die Vaterstettenerinnen taten. Noch 40 Minuten nach Ende eines denkwürdigen Spiels hallte der „Derbysieger“-Schlachtruf aus der Kabine.

Ebersberger Zeitung/Münchner Merkur vom 17.03.2026 - Olaf Heid