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Teamsport vom Allerfeinsten

"Geist von Inzell" steht auf der Kippe

Abteilung bangt um das beliebte Trainingslager

31.03.2020 | von Wilfried Gillmeister


Thumb whatsapp image 2016 09 11 at 11.50.14 Riesiger Andrang und nonstop Spaß ist im BLSV-Camp angesagt (2016)

Vaterstetten - Bei der Vaterstettener Handballjugend gibt es einen Begriff mit einer ganz besonderen Bedeutung. Genauer ist es ein Ort, ein selbsternanntes, großes Dorf in den Oberbayerischen Alpen. Mit großem Weitblick hat der Bayerische Landessportverband dort vor nun schon über 50 Jahren ein großzügig dimensioniertes Sportcamp mit 281 Betten in 24 Blockhäusern, ein Haupthaus, Gästehaus und ein Apartmenthaus mit zusammen 88 Schlafplätzen gebaut, umgeben von großen, vielfältigen sportlichen Anlagen.

Im Zeichen von Corona den Geist von Inzell wieder beleben

Melanie Gernsbeck, stellvertretende Abteilungsleiterin der Handballer, bringt es gleich auf den Punkt: „Was für Sepp Herberger und seine Helden von 1954 der Geist von Spiez war, das ist für uns die Saisonvorbereitung im BLSV-Sportcamp Inzell,“ schmunzelt Gernsbeck und fügt hinzu: „Der Unterschied ist, dass wir nicht Weltmeister werden wollen“. Dennoch: Für die Handballer in Vaterstetten steht Inzell in der strategischen Planung der Jugendarbeit Jahr für Jahr an vorrangiger Position. „Letztes Jahr war ein Rekordjahr“, erinnert sich Abteilungsleiter Christian Vogel. Es wurden in der Woche 122 Kinder und Jugendliche auf elf Hütten verteilt, zusätzlich Trainer- und Betreuerstab.

Inzell steht für Teambildung, Ziele setzen, neue Freunde in neu zusammengestellten Mannschaften finden, ausgelassene Freude erleben, Ziele setzen, Spaß in der Gruppe, Training bis zur Erschöpfung, Erholung u.a. mit Wanderungen, gegenseitiger Ansporn, Feiern bis die Augen zufallen, Schlafmangel. Jedes Jahr in der letzten Woche der großen Ferien führt eine Autokarawane mit Bussen und PKW in den berühmten Wintersportort, und das seit indessen durchgehend in den letzten 15 Jahren. 

Thumb 140905 tsvv jugend in inzell1 wig Jedes Trainingslager profitiert von der Unterstützung des Handball-Fördervereins (2014)

Die Saison ist eigentlich nur dazu da, den Geist von Inzell auszuleben, um dann am Ende über Glück und Pech, oder über Erfolg und Misserfolg zu schwadronieren. Von dem Erfolg zehren alle. „Am Ende steht dann die Entwicklung einer Gemeinschaft, die aus Altersgründen geteilt werden muss, ein älterer Jahrgang wechselt in die nächsthöhere Jugendmannschaft oder Jüngere rücken nach. Es entwickelte sich über Jahre ein eigenes, teamübergreifendes „Mir san mir“. „Das kann Corona nicht aufhalten, nur unterbrechen“, appelliert Vogel an die gut 300 Abteilungsmitglieder. Dennoch sorgte Corona dafür, dass es keinen Saisonabschluss mit Feiern und bisher auch keine Begrüßung und persönliche Integration der Neuen gibt.

Im Moment läuft das Training über verteilte Trainingspläne mit WhatsApp, Skype oder anderen Software-Tools der Kommunikation. „Wir wissen noch nicht, wie es weitergehen wird,“ ist der komplette TSVV-Führungs- und Trainerstab ansonsten in Wartestellung, was die Taskforce des BHV für die Saison 2020/21 erarbeiten wird. Vogels Wunsch: „Wir hoffen inständig, dass unser lieb gewonnenes Camp in Inzell vor dem Ende der Sommerferien wieder stattfinden kann.“

Wilfried Gillmeister (jwg)