11.03.2026
Die Belohnung für das vorzeitige Hakensetzen hinter das Saisonziel war für Vaterstettens Trainer Tobias Graf am Sonntagabend noch ein „Ausflug“ mit dem Hometrainer.
Radln statt Feiern hieß es für ihn, denn „die Nichtabstiegsfeier werden wir am kommenden Heimspieltag nachholen“, verriet der Coach der TSVV-Handballfrauen lachend. Diese hatten am viertletzten Spieltag den Klassenerhalt mit einem souveränen 35:19 (17:10)- Erfolg bei Schlusslicht FC Bayern München unter Dach und Fach gebracht.
„Das ist megaschön und verdient nach dem Verlauf der bisherigen Saison“, so Graf voller Stolz. Angesichts der unklaren Lage in der gefährlichen Zone, hat Vaterstetten sein Punktekonto auf beeindruckende 23:15 Zähler aufgestockt und lässt damit am Saisonende sicher fünf Teams, die durchaus mögliche Höchstzahl an Absteigern, hinter sich. Rivale MTV Stadeln hatte durch seine Niederlage bei Meisterkandidat TSV Schwabmünchen am Samstag für das „Matchball-Spiel“ des TSVV gesorgt, das das Graf Team auch dafür nutzte.
Damit umgeht es den Druck des Gewinnen müssens, schließlich warten in den letzten drei Runden die Top Drei der höchsten bayerischen Spielklasse mit Ebersberg, Laim und Schwabmünchen. „Für uns ist das ein neues Gefühl: Das werden drei Spiele zum Genießen“, freute sich der TSVV-Coach stolz über den Erfolg. „Für uns geht’s jetzt darum, weiter cool Handball zu spielen.“Seine Mannschaft habe sich während der Saison „kontinuierlich gesteigert“, lobte er. „Wir haben auch gegen die oberen Teams einige knappe Niederlagen kassiert und stehen nicht zufällig dort, wo wir stehen.“
In der Germeringer Halle brauchte der Tabellenfünfte allerdings ein paar Minuten, bis er ins Rollen kam. Nach sieben Minuten lag man 3:4 zurück, ehe ein 5:0-Lauf zum 8:4 (12.) den Weg zum letztlich problemlosen Kantersieg öffnete. „Die Mädels waren nervös, weil sie wussten, dass wir dieses Spiel gewinnen mussten“, erklärte Graf und ergänzte lachend: „Und der Trainer musste nur einmal laut werden.“ Danach wurde die Deckung stabiler, der TSV Vaterstetten setzte sich bis zur Pause sogar noch auf sieben Tore Vorsprung ab. „Und als wir super mit drei Toren aus der Pause rausgekommen sind, war der Deckel drauf“, schilderte Tobias Graf.
„Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal in der Regionalliga sage, das war letztlich ein Klassenunterschied.“ Der Rest war vor kaum Zuschauern (Graf: „komische Stimmung“) ein erneutes Torefestival des geschlossen auftretenden TSVV gegen Fixabsteiger FCB. „Wir haben das seriös zu Ende gespielt“, lobte Chefcoach Graf aber auch Youngster Lara Vollert und Rechtsaußen Lisa Eichner für ihre „richtig gute“ Leistung.
Ebersberger Zeitung/Münchner Merkur vom 10.03.2026 - Olaf Heid