02.04.2026
Vaterstetten – Die Nerven haben trotz großer Anspannung gehalten. Vaterstettens Bezirksliga-Handballer haben ihre letzte Aufgabe der Saison gelöst und in einem lange Zeit offenen Derby den TSV EBE Forst United II letztlich klar mit 34:26 (15:12) Toren auf Distanz gehalten.
Durch diesen Sieg hat die junge TSVV-Mannschaft ums Trainergespann Niklas Stumpf und Steffen Pilopp noch den SB Chiemgau Traunstein von Rang zwei gestoßen und sich als Vizemeister das Direktticket zur Bezirksoberliga (BOL) gesichert. Wie berichtet, kann Meister SV Anzing II nicht aufsteigen, weil die zweite Löwen-Garnitur in der BOL spielt und laut BHV Regularien zwei Teams eines Vereins in dieser Spielklasse untersagt sind.
Damit war die für Rang zwei angedachte Aufstiegsrelegation hinfällig, sodass die Vaterstettener ohne Umwege (und nur einer Saison Pause) in ihre lange Jahre angestammte „Heimat“, das Oberhaus im Handball-Bezirk Oberbayern, zurückkehren. Das Ergebnis gegen die Ebersberger BOL-Reserve fiel am Ende deutlich aus. „Das Spiel war es aber überhaupt nicht“, schilderte Stumpf, der in den ersten zehn Minuten ein wildes „KickRun-Game“ sah.
Der TSVV führte mit 7:5, doch die eigene Abwehrarbeit sei erst besser geworden, als man auf eine 6:0- Deckung umstellte und damit die auffälligsten Ebersberger Fabian Schubauer und Jakob Riedmaier einigermaßen in den Griff bekam. Die Hausherren führten mit 14:7 (24.), aber nur scheinbar sicher. „Von wegen locker“, konnte Stumpf hinterher zwar lachen, doch bis Mitte der zweiten Hälfte war ihm nicht danach zumute. Schließlich gingen seine Spieler mit den gebotenen Chancen fahrlässig um. „Sie haben den Torwart (Anm. d.Red.: Vincent Birkmaier) zum König geschossen. Alle Würfe nur halbhoch und halbherzig, und vorn hat Ebersberg es gut gemacht und seine Chancen genutzt“, so Stumpf. Forst United verkürzte auf 21:23 (47.). Durch einen 3:0-Lauf ließ der TSVV allerdings aufkommende Zweifel schnell verpuffen (26:21/50.).
Danach nutzte Vaterstettens junge Truppe ihren breiteren Kader und spielte den Sieg zur Freude ihrer Trainer und der gut 200 Zuschauer in der Halle des Humboldt-Gymnasiums souverän und temporeich nach Hause. „Die letzten sieben, acht Minuten konnten wir richtig genießen“, sagte Niklas Stumpf. Der Stress fiel ab und löste sich mit der Schlusssirene in einer lauten Jubelwolke auf. Der TSV Vaterstetten hat den „Betriebsunfall“ des Vorjahres sofort wieder ausgebügelt und kehrt als Vize in die BOL zurück.
Artikel: Ebersberger Zeitung/Münchner Merkur vom 01.04.2026 - Olaf Heid
Foto: Ebersberger Zeitung/Münchner Merkur vom 01.04.2026 - SRO