20.01.2026
Vaterstetten – Eigentlich war Tobias Graf mit dem Auswärtsspiel seiner Handballerinnen in Mintraching zufrieden. Wären da nicht die ersten 20 Minuten dieser Regionalliga-Partie gewesen. „Dort muss man nicht unbedingt gewinnen, das ist ein Spitzenteam. Dazu hätten wir einen Supertag gebraucht.“ Und zu diesem fanden die Vaterstettenerinnen erst, als es zu spät war.
„Völlig indiskutabel“ sei die Startphase gewesen, wunderte sich der TSVV-Coach. „Es ging einfach nichts zusammen, wir bekamen keinen Zugriff, im Abwehrverbund kam zu wenig, es wurden keine Bälle gehalten.“ Es sei „keine Einstellungssache gewesen“, versicherte Graf, der auch mit einer Auszeit in der 12. Minute („völlig verpufft“) kein Wende bewirken konnte: „Mintraching ist uns davon gezogen.“ Zumal auch das Überzahlspiel keine Vorteile brachte.
Erst beim Stand von 8:17 aus TSVV-Sicht kam so etwas wie Stabilität ins Spiel der Gäste. Zur Halbzeit führten die Mintrachinger Frauen mit 21:13. Mehr als eine Vorentscheidung. Zumal die Gastgeberinnen über einen „super Rückraum“ verfügen, wie Tobias Graf neidlos anerkannte. Trotz des nahezu aussichtslosen Rückstandes gaben sich die TSVV-Frauen nicht auf, was der Trainer positiv herausstrich.
Bei aller Kritik „war auch viel Gutes dabei“, befand Graf. Vor allen Dingen die Aktionen am Kreis von Lilian Müller und Antonia Junghan waren ganz nach seinem Geschmack. Für die nun bessere Trefferausbeute sorgte in erster Linie Nicola Mayerhofer, die mit elf Toren erfolgreichste Werferin war. Damit reichte es für die Vaterstettener Regionalliga-Frauen immerhin, die zweiten 30 Minuten zu ihren Gunsten zu entscheiden. Was an der deutlichen 27:34-Niederlage zwar nichts änderte, Tobias Graf aber in seiner Einschätzung bestätigte: „Wir können jeden in dieser Liga schlagen, wenn wir die nötige Konstanz aufs Feld bringen.“
Den Beweis kann sein Team bereits am kommenden Sonntag in der heimischen Gymnasiumshalle antreten, wenn die zweite Garnitur des ESV Regensburg zu Gast ist (16.30Uhr). Dann wird sich gegen den Tabellennachbarn (5.) weisen, wohin die Reise des TSVV geht. Mit einem Erfolg könnten die Vaterstettnerinnen in der zweiten Saisonhälfte wohl weiter vorne mitmischen. Bei einer Niederlage müsste man sich intensiv mit dem Geschehen in der Abstiegszone befassen.
Ebersberger Zeitung/Münchner Merkur vom 19.01.2026 - Wolfgang Herfort