11.01.2026
Zwei im Umbruch, einer mit „Luxusproblem“
Grafings Männer empfangen am Sonntag den TSV Vaterstetten zum Derby
Landkreis – Die Handball-Bezirksliga der Männer hat es in sich. Vor dem ersten Spieltag im neuen Jahr weist die Tabelle zwar, bedingt durch die unterschiedliche Anzahl an absolvierten Partien, ein schiefes Bild aus, aber dennoch lässt sich eines festhalten – zwischen Platz eins und sieben liegen nur vier Minuspunkte Unterschied: „Es ist eine super spannende Liga, weil hier jeder jeden schlagen kann, und das macht es so besonders“, betont Steffen Pilopp, der zusammen mit Niklas Stumpf den Bezirksoberliga-Absteiger TSV Vaterstetten betreut.
„Das ist das Schöne, dass jedes Wochenende eine Herausforderung ist.“ Ins gleiche Horn bläst auch Thomas Ernst, Handball-Abteilungsleiter beim TSV Grafing, der die Bezirksliga als „sehr interessant“ einstuft. Die Begründung schiebt er sofort hinterher: „Es ist keine Übermannschaft dabei. Selbst die vermeintlichen Favoriten wie Prien oder Traunreut haben ihre Probleme und sind alles andere als unschlagbar.“ Alle Ergebnisse in der Liga seien knapp, auch die der Grafinger. „Bis auf das Derby gegen Anzings Dritte (Anm.d.Red.:19:29) waren es in den Spielen immer nur, zwei, drei Tore Differenz, sowohl bei den Siegen wie bei den Niederlagen.“
An diesem Sonntag (Beginn 18.30Uhr) kommtes in der Jahnsporthalle nun zum ersten Aufeinandertreffen dieser Saison zwischen den Mannen aus der Bärenstadt (7./8:8 Punkte) und Vaterstetten (5./10:6). Es sei das Duell zweier Teams, die mitten in einem „gewaltigen Umbruch“ stecken, erläutert Ernst: „Für uns gilt es weiterhin, die Jugendspieler einzubinden.“
Auch Pilopp sagt: „Die Entwicklung ist für uns entscheidend. Wir machen den Jungs keinen Druck.“ Ja, man habe eine kleine negative Phase von vier sieglosen Spielen gehabt, „aber das muss man ihnen zugestehen“. Nun sei man zurück inder Spur. An der Trainingsbeteiligung wird es beim TSVV nicht scheitern, freut sich Pilopps Trainerkollege Stumpf über ein „völliges Luxusproblem“ von 25 Mann in der Abschlusseinheit.
„Bei uns sind alle an Bord und hungrig auf den ersten Siegin 2026.“ Während man aber beim TSV Grafing in Sachen Aufstieg oder Relegation „realistisch keine Ambitionen“ hege, so der Handballchef, sondern schaue, „dass wir im gefestigten Mittelfeld bleiben“, würde man sich beim TSVV gegen eine sofortige BOL-Rückkehr nicht wehren. „Ich sehe sehr positiv der Rückrunde entgegen. Wir haben alles selber in der Hand“, weiß Pilopp. Dafür muss man nur auf die Tabelle blicken.
Ebersberger Zeitung/Münchner Merkur vom 10.01.2026 - Olaf Heid