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Damen 1

Bayernliga-Absteiger kein echter Prüfstein

Höchster Saisonsieg gegen Ottobeuren

13.11.2018 | von Wilfried Gillmeister


Vaterstetten – Eigentlich ist der Trainer der Vaterstettener Handballdamen als ein wenig „maulfaul“ bekannt und mit Lob eher zurückhaltend. Bei Unzufriedenheit wird er auch am Spielfeldrand gelegentlich laut. Dazu war anlässlich des Landeligaspiels gegen Bayernliga-Absteiger TSV Ottobeuren allerdings kein Anlass.

In dem „Hurra“-Stil der Vorsaison, als die TSVV-Damen als Aufsteiger auf Anhieb Landesliga-Vizemeister und „Beinahe-Aufsteiger“ wurden, zerlegten sie mit 60 Minuten Tempohandball die eher bemitleidenswerten Allgäuerinnen mit 34:15 (21:7) Toren. Lohn dieser Leistungssteigerung in einem sehr fairen Spiel: Zumindest für eine Woche sind die TSVV-Damen erste Verfolgerinnen auf die zwei Spitzenreiter SV München Laim und TSV EBE Forst United.

Wenn den einen alles gelingt, dann sind die anderen mit Pech und Unglück versorgt. Das spielgelt ungefähr die ersten zehn Minuten wider, als Vaterstetten nahezu alles verwertete und die Gäste gegen eine wieder gut aufgelegte Torfrau Maria Obermeier lediglich einen Strafwurf nutzen konnten. Viel Mal Julia Degmeyr, drei Mal Nicola Mayerhofer und einmal Johanna Gernsbeck per Strafwurf sorgten schon nach neuneinhalb Minuten für eine 8:1-Führung für die Einheimischen. Gästetrainer Tibor Somogyi sah sich schon früh zu einer Auszeit gezwungen, die aber nur vorübergehend den Lauf der TSVV-Ladies aufhalten konnte.

Doch selbst mit etwas weniger Pech hätten die Gäste an dem Tag keine Chance gehabt. Zu dominant war der druckvolle und temporeiche TSVV-Auftritt. Nach einer Viertelstunde war erstmals ein Vorsprung von zehn Toren erreicht.

Nach dem Wechsel blieb der Druck auf die Gäste hoch, doch bezüglich Konzentration hatten die TSVV-Damen etwas Druck vom Kessel genommen. Es hätten sonst locker mehr als 40 Tore werden können. Torwarttrainer Thomas Degmeyr nahm Maria Obermeier raus. Sie hatte einen guten Job gemacht, dafür bekam Sophia Hoffmann dann für die letzten 22. Minuten ihre Einsatzzeit. Auch schien Sophia Vogt wieder Freude am Werfen gefunden zu haben. Sie war lange blockiert nach ihrer Schulter-OP, gegen Ottobeuren gelangen ihr nach langer Zeit wieder einmal vier Tore.

Die Analyse der Niederlage in Haunstetten hatte offensichtlich Früchte reifen lassen. „Die Teamleistung hat gepasst“, sollte als Kollektivlob des Trainers herhalten. Ob dieser Erfolg jetzt ein Maßstab war und das großartige Tempospiel wieder zum Markenzeichen wird, muss abgewartet werden. Jedenfalls hatte der Erfolg schönsten Wiedergutmachungs-Charakter.

Ob Vaterstetten weiter auf dieser Welle reiten kann, wird sich am nächsten Wochenende zeigen. Da müssen die Schützlinge des Trainertrios Tobias Graf-Melanie Gernsbeck-Thomas Degmeyr zum heimstarken TSV Simbach, der daheim bisher alle fünf Spiele gewonnen hat. Die TSVV-Damen haben keine guten Erinnerungen an das Spiel bei den Innstädterinnen, verloren sie in der Vorsaison dort glatt mit 28:19 Toren. Da ist also noch Luft nach oben.

Vaterstetten: Maria Obermeier, Sophia Hoffmann (beide Tor), Christina Hoffmann, Selina Wipper, Julia Degmeyr (7), Nicola Mayerhofer (6), Marina Hartmann (2), Johanna Gernsbeck (8/5), Anna-Lena Vogel (2), Sophia Vogt (4), Paulina Junghan (3), Verena Taenzler (3)

Verwarnungen: TSVV 2, TSVO 1
Zeitstrafen: TSVV 0, TSVO 2
Strafwürfe: TSVV 6/davon5 verwandelt, TSV O 8/6
Schiedsrichter: Julia Kranich / Kathrina Künstner (beide SpVgg Altenerding)

jwg